Kameradrohnen – ein Thema für den Datenschutz?

Mal eben unbeobachtet nachsehen, was gerade in Nachbars Garten passiert? Oder das Trainingsgelände des Lieblingsvereins überfliegen, um zu prüfen, wie es die Mannschaft das geheime Training macht?
Achtung: Ein solches Verhalten wird als Videoüberwachung eingestuft. Somit widerspricht ein Drohneneinsatz in diesem Punkt der DSGVO.
Hier wird klar geregelt, dass eine Überwachung mit Kamera nur von öffentlichen Stellen (Polizei, Betreiber der lokalen U-Bahn) gestattet ist.

Weitaus kritischer könnte im Zusammenhang mit Drohnenflügen Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG werden. Es beschreibt die Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Diese liegt dann vor, wenn eine Drohne mit Kamera beispielsweise ein privates Grundstück überfliegt.

Sollten die Grundstücksbesitzer im Anschluss eines solchen „Überflugs“ den Besitzer der Drohne ausfindig machen können, drohen diesem eine Anzeige und eine Strafe, die eher nicht zimperlich ausfallen wird – immerhin steht das Recht auf allgemeine Persönlichkeit im Grundgesetz. Manche Drohnen können sogar noch tieffliegend gute Aufnahmen machen, oder aber aus der Luft gestochen scharfe Bilder schießen. Was einerseits einen tollen Vorteil darstellt, kann im Bezug auf die DSGVO zu einem bösen Erwachen führen. Sollten auf den Aufnahmen der Drohnen Personen gut zu erkennen sein, dürfen diese nicht einfach ohne Einwilligung derer, beispielsweise im Internet, veröffentlicht werden. In diesem Fall regelt die DSGVO ganz eindeutig das Recht am eigenen Bild. Übrigens: Streitfälle über Bildveröffentlichungen dritter Personen im Internet sind einer Dauer-Rechtsstreitthema.

Widerrechtlicher Drohneneinsatz – das droht!

Vereinfachend kann man also festhalten, dass ein Drohnenflug kritisch werden kann, sofern diese eine Kamera hat und in die Privatsphäre Dritter eindringt. Daher sollte man mit seiner Drohne mit dem richtigen „Fingerspitzengefühl“ fliegen und erkennen, welche Flüge datenschutzrechtlich problematisch werden können. Wird diese Faustregel nicht eingehalten, kann es sehr schnell teuer werden: Dann drohen Abmahnungen und im schlimmsten Fall ein langwieriges Gerichtsverfahren. Kosten im vierstelligen Bereich sind dann zu erwarten. Ein teures Vergnügen für den „Drohnenspaß“